MARKT-GESCHEHEN
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NewsbildSchauplatz:
Hurghada (Ägypten)
Unweit des touristischen Zentrums fand ich einen Markt - von Einheimischen, für Einheimische.





Schauplatz: Hurghada (Ägypten)

 


Hurghada ist euch vielleicht ein Begriff. Mit Sicherheit dann, wenn ihr euch schon mal mit den klassischen Urlaubsangeboten à la All-Inclusive für Ägypten auseinandergesetzt habt. Hurghada ist der zweitgrößte Touristenort, nach Sharm el Sheikh – eine wahre Hochburg des Massentourismus.

Eben diese Tatsache hat mich anfänglich stark davon abgehalten, einen Tagesausflug nach Hurghada zu wagen. Ich sitze nur 25 km entfernt in einem All Inklusive-Club (fest). Dieser Tatsache allein nicht genug. Der Ort nennt sich El Gouna, künstlich angelegt, inmitten der Wüste. Der Ort ist auch unter Golfern sehr beliebt. Sie scheinen es zu schätzen, dass der Rasen Nacht für Nacht mit drei Millionen recyceltem Wasser versorgt wird. Das bedeutet jährliche Kosten von mehr als 850.000 Euro. Scheiße, denke ich mir auch, was mache ich hier bloß? Alle Prinzipien, Lebensphilosophien für eine Woche Urlaub über den Haufen geworfen. Na, da wollte ich dann aber zumindest das Beste daraus machen! Das Motto lautete: Gegend erkunden, Kontakt mit Einheimischen. Etwas Untouristisches erleben – und es sei gesagt, dass Derartiges in diesem Gebiet eine kleine Herausforderung darstellt.

Tja, so bin ich dann zufällig auf den Markt in Hurghada gestoßen. Und auf einmal – keine Touristen mehr, keine Hotels, keine Busse … Die Begeisterung war groß, und es galt nur mehr: rein ins Getümmel. Mein Freund musste da einfach ungefragt mit. Er schien weniger erfreut. Seinem feinen Näschen hat der Gestank nicht so wohl getan. Obwohl ich fairerweise zugeben muss, dass dem im Freien herumhängenden Fleisch die 40 Grad definitiv zu schaffen machten. Mit Sicherheit kein angenehmer Geruch, vor allem für einen Vegetarier. Also versuchte ich mich zu beeilen. Und so entstanden die folgenden Schnappschüsse.

Und nachdem Bilder ja bekanntlich mehr sagen als 1.000 Worte, könnt ihr euch so ja eure eigene Vorstellung davon machen. Von meiner Seite ist noch zu erwähnen, dass dieser Marktbesuch unglaubliche Eindrücke hinterlassen hat und ich abends mit dem Linienbus zurück in meine Anlage gefahren bin – mit der fixen Idee, unbedingt mehr von Ägypten sehen zu wollen. Und das dann so, wie ich gerne reise – mit dem Rucksack, öffentlich, ohne fixe Essenszeiten und schauen, wo es mich hintreibt.

Wenn du jetzt schon genug gelesen hast, und das könnte dir niemand verdenken, dann mach einfach bei den Bildern weiter.

Teilst du aber eher die Meinung der Chefredakteurin – Hauptteil (Marktgeschehen) zu kurz geraten, da fehlen mir noch mehr Details – dann einfach weiterlesen.


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Ja, das wäre der eigentliche Plan gewesen – mit dem Satz "… wo es mich hintreibt" abschließen und euch eine Fotogallery vom Markt zu zeigen. Vielleicht wollte ich es mir auch nur einfach machen. Denn die Marktatmosphäre in Worte zu übertragen, das schien mir dann doch schwer möglich. Und genau das will die Redaktionsleitung jetzt aber von mir. Scheinbar schien es mir doch nicht vergönnt, den leichten Weg zu gehen.

Also, für alle, die jetzt noch nicht genug haben – der Streifzug geht weiter! Stehengeblieben waren wir bei, aja, "ich bin ganz aus dem Häuschen, mein Freund kann diese Begeisterung wenig teilen, und ab ins Getümmel". Zur Sicherheit nochmals ein kurzer Check: lange Hose an, Oberkörper bedeckt – ich möchte ja schließlich die landeseigenen Sitten respektieren. Und natürlich auch, um nicht weiter aufzufallen, so der Gedanke. Aber versuch' das mal. In einer muslimischen Stadt, dessen Öffentlichkeit klar vom männlichen Geschlecht bestimmt ist. So auch am Markt. Nicht nur, dass ich eine der wenigen Frauen dort war, auch war ich klar keine Einheimische. Das hat doch ziemlich für Aufregung gesorgt. Besorgt hingegen war mein Freund. Er war ziemlich beschäftigt damit, auf mich aufzupassen. Meine Begeisterung noch immer groß, bin ich von Stand zu Stand gehüpft und habe immer gefragt, ob ich ein Foto machen dürfe. Verbal konnten wir uns kaum verständigen, aber der Deut auf die Kamera wurde eigentlich immer freudig angenommen (und auch mit Stolz – man betrachte dazu das Foto mit dem kleinen Jungen, der Orangen verkauft).

Ich war total angetan von dem zahlreichen Obst und Gemüse, Farben, wie man sie bei uns kaum sieht; Krautköpfe, größer als Fußbälle; Kräuterbündel in Mengen, die man sich kaum vorstellen kann … Erst als ich das Warenangebot visuell halbwegs erarbeitet hatte, war ich auch mit anderen Sinne empfänglich. Oder vielleicht lag es auch daran, dass wir uns dem Fleischangebot näherten. Plötzlich roch es sehr intensiv. Ich weiß nicht, wie ich den Geruch von Fleisch, das bei schätzungsweise 30 Grad im Schatten im Freien hängt, beschreiben soll. Auf jeden Fall unangenehm. Schnell ein paar Beweisfotos für Erlebtes und weiter in die etwas Fliegen-freiere Marktzone.

Ich lande bei den fixen Markständen. In dieser Ecke ist es angenehm ruhig. Und da stehen sie, in Holzfässer oder Säcke gepackt, in Mengen und einer Farbpracht – Gewürze und Hülsenfrüchte. Roter Pfeffer, Kurkuma, schwarzer Sesam, Rote Linsen, Bohnen … Jetzt hieß es mal ordentlich einkaufen. Obwohl ich mit Sicherheit einen speziell erhöhten Touristenpreis dafür bezahlt habe, war der Einkauf noch immer extrem billig. Zuletzt haben wir uns noch zwei von den Fladenbroten gegönnt. Ich weiß leider weder, wie diese Dinger heißen, noch, woraus sie tatsächlich bestanden haben, aber ich weiß noch ganz genau, dass sie verdammt gut geschmeckt haben.

Dabei möchte ich es nun belassen!


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// Hurghada, 15 03 10 //

 


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