| VEGAN-TALK Teil 1 |
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Seite 1 von 4 Im Gespräch erörtert Mag. Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich, Grundlegendes aus dem veganen Alltag.
VEGAN-TALK Teil I – mit Mag. FELIX HNAT„Donalt Watson, der Begründer der veganen Ernährungsweise, der über 60 Jahre vegan gelebt hat, starb erst im Alter von 96 Jahren. Bei dem hat’s wohl funktioniert“, verrät uns Mag. Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich, im checkpot- Interview. checkpot: Was ist die Hauptmotivation der meisten Veganer für ihre Lebensweise? Felix Hnat: Das ist natürlich nicht eindeutig zu beantworten, denn es gibt viele Motivationen, ethisch-moralische, umweltschutzgeprägte, gesundheitliche, religiöse, spirituelle. Die meisten VeganerInnen, die ich kenne und die Mitglied bei uns in der Gesellschaft sind, handeln aus Tierschutzgründen, d.h. sie wollen durch ihren Konsum kein Tierleid mitfinanzieren. checkpot: Haben Sie in den letzten Jahren einen Anstieg der veganen Ernährungsweise bemerkt? Felix Hnat: Ich sehe schon, dass das Interesse und die Umsetzung einer veganen Ernährungsweise kontinuierlich steigt, es gibt dazu verschiedene statistische Datenmaterialien wie z.B. e inen Ernährungsbericht des ernährungswissenschaftlichen Instituts der Uni Wien, wonach die Prozentzahl der sich als vegetarisch lebend bezeichneten Menschen vom Jahr 1998 zum Jahr 2003 um ein Prozent gestiegen ist. Da ist es naheliegend, dass dies auch auf den veganen Bereich zutrifft.Es gibt weitere Zusatzindikatoren, wie z.B. die Anzahl der vegetarischen und veganen Produkte, die erhältlich sind und die immer mehr werden. Weiters sinkt der Preis bei vegetarischen und veganen Produkten immer mehr, nun gibt es schon verschiedene vegane Eissorten in den größeren Supermärkten, das war vor Jahren überhaupt nicht denkbar. Sojamilch wird immer billiger, es gibt schon Bio-Soja-Reismilch, sogar schon bei den Discountern, um einen Preis, der früher undenkbar gewesen wäre, und das alles deutet darauf hin, dass Leute diese Produkte vermehrt kaufen, und dementsprechend mehr Leute müssen sich dafür interessieren. checkpot: Wenn sich Menschen für eine vegane Lebensweise entscheiden, bleiben sie dann auch dabei oder springen viele wieder ab und kehren zu alten Ernährungsgewohnheiten zurück? Felix Hnat: Von den Leuten, die ich kenne, bleiben die meisten dabei. Es gibt schon immer wieder Fälle, dass Leute aufhören, wenn sich z.B. Lebensumstände ändern. Das Problem ist das, dass es zwar immer leichter wird, sich vegan zu ernähren, aber dass es ein Veganer doch nicht so einfach hat, eben weil nicht bei jedem McDonald’s, Dönerstandl oder Burgerking ein Angebot an veganen Speisen vorhanden ist und sich daraus doch ein gewisser Aufwand ergibt, wenn man sich vegan ernähren will. Wir als Verein probieren die gesellschaftliche Infrastruktur zu ändern, wir rufen Events ins Leben, nehmen Kontakte zur Wirtschaft auf und verbreiten Informationen – eben damit das nicht passiert. Aber es gibt sicherlich einige Leute, die z.B. wegen ihres sozialen Umfelds Probleme bekommen, oder wer am Land lebt, hat wahrscheinlich schlechtere Möglichkeiten als in der Stadt. Leute, die dann nach einer gewissen Zeit zurückschwenken, nicht zuletzt durch einen Mangel an Information, nicht zu wissen wie und wo. Das kann schon vorkommen, aber der Anteil derer ist nicht sehr groß, und wir probieren, ihn noch kleiner werden zu lassen. checkpot: Gibt es Bevölkerungsschichten oder soziale Gruppierungen, die unter den Veganern besonders stark vertreten sind? Felix Hnat: Es ist de facto so, dass ein gesellschaftliches Bild herrscht, in dem man die vegane Ernährung oft Jugendlichen, die vielleicht gerade in einer bestimmten Lebensphase sind, oder linksgerichteten, alternativeren Menschen zuschreibt. Es ist sicherlich so, dass der Anteil an studentisch orientierten alternativeren Menschen im gewissen Ausmaß größer ist als in der Gesamtbevölkerung, das ist aber, glaub ich, kein veganspezifisches Phänomen, sondern es ist einfach generell so, dass sich gewisse Ideen, wie z.B. Nachhaltigkeit, linkes Denken etc. in gewissen Schichten, eben bei jungen Menschen im städtischen Umfeld mit einem höheren Bildungsgrad, eher einfinden. Aber das ist nicht die Regel, und es gibt wirklich in allen Bereichen vegan lebende Menschen, wir haben z.B. eine Werbekampagne (www.veganistnormal.at) entwickelt, in der wir aufzeigen wollen, welch unterschiedliche Menschen vegan leben, da gibt’s vom veganen Landwirt bis zum Businessman wirklich alles.
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